Für mich persönlich ist der Wolf eines der faszinierendsten Wildtiere in Deutschland. Mein Interesse für diese Tiere begann im Jahr 2013 als ich zum ersten Mal ein Wolfsrevier in der Lausitz besuchte - nicht wegen der Wölfe - sondern um Seeadler zu beobachten. Mich überkam damals dieses eigenartige Gefühl zwar zu wissen, dass ich mich jetzt in einem Wolfsrevier befinde, mir vorzustellen dass hier aber tatsächlich Wölfe durch die Wälder streifen fiel mir schwer - in dem Moment war die Faszination in mir entfacht. Allein zu wissen, dass sie da sind löste ein Gefühl in mir aus, welches ich nicht wirklich beschreiben kann. Da war nur auf einmal der Wunsch, mehr über die Tiere erfahren und - vor Allem - sie mit eigenen Augen sehen zu wollen. Ein knappes Jahr später (ich war mittlerweile von Baden-Württemberg nach Dresden umgezogen) konnte ich meinen ersten Wolf beobachten.

Der allererste Wolf - es war ein wirklich besonderes Erlebnis für mich.

 


 

Durch meinen Umzug in den Osten ergeben sich nun auch mehr Möglichkeiten verschiedene Wolfsreviere in Sachsen und Brandenburg anzusteuern. Trotz regelmäßiger Aufenthalte in Wolfsgebieten sollten fast weitere eineinhalb Jahre bis zu meiner zweiten Wolfsbegegnung vergehen. An einem Februarmorgen hatte ich dann unverhofft eine kurze Beobachtung, einen Tag später die Zweite. Dieser Wolf lief in etwa 30 Metern Entfernung vor mir über einen Waldweg und ich war völlig überwältigt von seiner Körpergröße. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass die Tiere so groß werden können! Ich hatte zwar schon gelesen, dass die Rüden eine Schulterhöhe von bis zu 90 cm erreichen, das konnte ich - bis zu dieser Begegnung - aber nicht recht glauben...

Natürlich habe ich auch den Wunsch, schöne Fotos von den Wölfen zu machen. Trotz nahezu täglicher Fotoansitze dauerte es fast ein halbes Jahr, bis ich einen Wolf vor die Kamera bekam. Wölfe zu beobachten und zu fotografieren ist ein Unterfangen, das nur mit sehr großem Zeitaufwand und sehr viel Geduld möglich ist, da die Tiere sehr heimlich leben und äußerst vorsichtig sind. Selbst wenn man weiß wo sie sich ungefähr aufhalten, sieht man sie fast nie - und oft liegen zwei bis fünf Monate zwischen den einzelnen Beobachtungen, obwohl ich fast täglich in Wolfsrevieren unterwegs bin.

Mein erstes gutes Foto von einem wilden Wolf in der Lausitz. Es handelte sich um einen Jährling, den ich beim gemeinsamen Fotoansitz mit meiner Partnerin fotografieren konnte.

 


 

Noch ein Foto des oben gezeigten Jährlings von der zweiten und gleichzeitig letzten Begegnung mit diesem Wolf.

 


 

Wolfsstein in der Lausitz. Das Jahr 2000 markiert den Punkt an dem Wölfe sich erstmals seit der Ausrottung durch den Menschen, in Deutschland wieder erfolgreich fortpflanzten.

 

Warum fotografiere ich Wölfe?

 

Zu allererst einmal natürlich aus demselben Grund wie alle anderen Tiere auch, für sie trifft es aber in besonderem Maße zu. Denn sie sind nur äußerst schwierig zu beobachten. Während man Füchse, Rehe und Rotwild oft schön und über längere Zeit mit Fernglas oder Spektiv beobachten kann, sieht man Wölfe (wenn überhaupt) nur sehr selten einmal, auf große Distanz oder nur sehr kurz. Meist sieht man nur einen grauen Schatten vorbei huschen. Das ist der Grund warum Wölfe zu meinem Hauptmotiv wurden - ich möchte die Tiere erlebbar machen, in erster Linie für mich selber, aber natürlich auch für andere interessierte Menschen. Mit einem Foto kann man den Tieren ins Gesicht, in ihre Augen schauen. Wenn ich nach Monaten erfolgloser Versuche wieder einmal Wölfe vor die Kamera bekomme ist das jedesmal ein großes Glücksgefühl und über Wochen hinweg muss ich mir die Bilder immer und immer wieder anschauen, kann mich der Faszination, die die Tiere auf mich ausüben nicht entziehen. Das geht ja vielen Menschen so und und ein Foto macht es möglich, Wölfe so zu sehen wie sie wirklich sind.

 

In diesem Sinne wünsche ich viel Freude beim Betrachten der Bilder.

 


 

 

 


 

Abendliche Begegnung mit einem Wolfswelpen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Wolfswelpe...

...auf Mäusejagd.

 


 

 

 

 

Wölfe im Winter.

 


 

 


 

 


 

 


 

Die folgenden Bilder zeigen einen schon recht alten Wolfsrüden...ich schätzte sein Alter auf mindestens neun bis zehn Jahre, eine Expertin bestätigte mir diese Einschätzung.

 

 

 

Wie alle meine Fotos von Wölfen, haben auch die Bilder dieses alten Wolfes einen sehr hohen ideellen Wert für mich, vielleicht sogar noch mehr als die anderen. Ich freue mich immer besonders wenn ich ihn, nachdem oft viele Monate vergangen sind, beobachten kann und sehe dass er wohl auf ist. Dass ich ihn einmal so nahe würde fotografieren können, hätte ich nicht zu träumen gewagt. Denn wie alle Wölfe versteht es auch dieser alte Rüde ganz hervorragend, Menschen aus dem Weg zu gehen. Ich erinnere mich noch genau an die erste Begegnung mit ihm. Eines Morgens war ich mit dem Rad unterwegs, als ich um eine Kurve bog und mir der alte Rüde in etwa 200 Metern Entfernung auf dem Weg entgegen kam. Als er mich sah, blieb er stehen. Auch ich hielt sofort an und schaute durchs Fernglas, mir fiel sofort dieses markante, helle Gesicht auf und ich dachte dass dies wohl ein schon sehr alter Wolf sein muss. Die Beobachtung dauerte ca. 10 Sekunden. Während er mich anblickte und ich überlegte, ob es Sinn machen könnte, wenn ich probiere die Kamera auszupacken, wandte er seinen Blick ab und verschwand mit einem Satz im Wald...es sollten neun Monate vergehen, bis er sich mir ein zweites Mal zeigte. Seitdem habe ich ihn immer wieder einmal gesehen und die Begegnungen sind immer etwas Besonderes für mich.

 


 

Zu den folgenden Bildern möchte ich ein paar Worte zur Entstehungsgeschichte schreiben. Es ist die Geschichte eines Fotoansitzes der ganz unspektakulär begann und darin gipfelte, dass ich meine erste Jagd von Wölfen auf Rotwild beobachten konnte. Ich saß bereits seit fast acht Stunden in meinem Versteck, als plötzlich die Wölfe auftauchten. In den folgenden drei Stunden jagten sie in dem Gebiet, einmal sah ich sie in großer Entfernung jagen, mal in meiner direkten Nähe. Einige Male kamen sie dabei auch vor meine Kamera gelaufen. Von der Jagd selber konnte ich keine Bilder machen, da ich durch die Bäume keine freie Sicht auf das Geschehen hatte.

 

 

 

Die ersten Bilder, kurz vor der Jagd. Wenige Minuten später ging es los.

 

 

Wie oben beschrieben konnte ich die Wölfe über einen Zeitraum von drei Stunden einige Male beobachten. Die Beobachtungen dauerten meist nur wenige Sekunden.

 

Tag 2

Am nächsten Tag setzte ich mich wieder an dieselbe Stelle. Nachdem mehrere Stunden nichts zu sehen war, tauchten plötzlich diese beiden Wölfe wie aus dem Nichts auf. Ihr Fell war blutig, sie hatten also erfolgreich gejagt.

Das Foto zeigt den Wolf, der auf dem oberen Bild unscharf im Hintergrund zu sehen ist. Nachdem sie verschwunden waren, geschah längere Zeit nichts. Genauso unvermittelt und plötzlich erschien auf einmal das Wolfspaar auf der Bildfläche. Einige Bilder des Rüden folgen...

 

 

 

Auf den Bildern wirkt es als würde er direkt auf mich zukommen, tatsächlich ging er aber nur zu der Stelle an der zuvor die beiden anderen Wölfe standen und beschnupperte sie ausgiebig.

Hier hebt der Rüde das Bein und markiert sein Revier. Anschließend zogen die beiden in etwa 30 Metern Entfernung an mir vorbei. Ich musste die Kamera sehr weit schwenken, um ihn fotografieren zu können...

...diese Bewegung nahm er wahr und blieb stehen...einige Sekunden blickte er direkt in meine Kamera, dann machten beide kehrt...

Noch ein Blick, dann trabten sie davon...

Ich bin sehr glücklich und sehr dankbar für diese Erlebnisse und für die Bilder, die mir an diesen Tagen gelungen sind. Einen großen Teil meiner fotografischen Aktivitäten widme ich den Wölfen. Trotzdem ist und bleibt es die absolute Ausnahme, dass man bei einem Fotoansitz wirklich einmal einen Wolf sieht oder gar fotografieren kann. Es kann zugegebenermaßen manchmal sehr enttäuschend und frustrierend sein, wenn man es immer und immer wieder probiert, aber sich selbst nach Monaten kein Wolf vor der Kamera zeigt. Schon ein paar Mal war ich an dem Punkt an dem ich mir vornahm, einmal vier Wochen etwas komplett anderes zu machen, um nicht die Freude und den Antrieb zu verlieren. Meistens schaffe ich das keine Woche, dann zieht es mich wieder hinaus...die Faszination ist einfach zu groß. Ich kann ohne Übertreibung sagen, dass diese Bilderserie das Ergebnis und der vorläufige Höhepunkt von über zwei Jahren intensiver Anstrengungen und Bemühungen ist. Und ich betrachte sie für mich ganz persönlich auch als Lohn für den Aufwand und für die vielen hundert Stunden Ansitz, in denen sich kein Wolf und auch kein anderes Tier vor der Kamera gezeigt hat. Und ebenso betrachte ich die Bilder als ein großes Geschenk.

 


 

Wolf mit Frischling.

 


 

Im Folgenden zeige ich einige Fotos von Wolfslosung.

Wolfslosung enthält sehr viele Haare, Knochenstücke und auch Schalen der Beutetiere.

Hier war die Beute ein Wildschwein, wie man an den schwarzen Borsten sieht. Auch ein Stück Schale ist zu erkennen. Mein altes Telefon (welches nicht mehr in Gebrauch ist;-) habe ich als Größenvergleich daneben gelegt.

Auch in dieser Wolfslosung sind unter Anderem Wildschweinborsten zu sehen.

 

 

 

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