Geboren 1979 in Tübingen und aufgewachsen in St. Johann-Ohnastetten, einem kleinen Dorf auf der Schwäbischen Alb, galt mein Interesse schon als Kind der Natur und Tierwelt. Geweckt wurde dieses Interesse durch meinen Vater, der ebenfalls ein sehr naturbegeisterter Mensch ist. Er war lange Jahre aktiver Naturschützer und arbeitete unter Anderem im Wanderfalkenschutz. Schon früh begleitete ich ihn zu den Horstbewachungen, die in den 1980er Jahren noch intensiv gemacht wurden, um die stark bedrohte Falkenart zu schützen. Neben Streifzügen in die Wälder und Wiesen rund um unser Dorf, standen neben weiteren Aktivitäten, ebenfalls schon im Kleinkindalter regelmäßige Besuche an den Federsee bei Bad Buchau auf dem Plan, die immer einen Höhepunkt darstellten. So entwickelte sich eine große Liebe und Verbundenheit zur Natur und den Tieren.

Wie bei vielen späteren Naturfotografen war auch bei mir schon als Kind der Wunsch vorhanden, die Tiere zu fotografieren. Oft dachte ich wie toll es doch wäre, von dieser oder jener Beobachtung ein Foto zu haben. Dieser Wunsch resultiert schlicht daraus, Momente festhalten und sie immer wieder erleben zu wollen. Mit einem Foto ist es möglich, oft nur flüchtige, Sekunden dauernde Momente zu bewahren, das Tier auf dem Bild in Ruhe betrachten, und das Erlebte auch mit Anderen teilen zu können. Das finde ich sehr schön.

In der Jugend geriet die Naturbeobachtung bedingt durch vielerlei Gründe etwas ins Hintertreffen, aber ganz aufgehört habe ich nie damit.

Mitte der 1990er Jahre absolvierte ich meine Ausbildung zum Forstwirt. Wenn ich nach der Ausbildung auch nicht mehr in diesem Beruf gearbeitet habe, so habe ich doch viel Nützliches über den Wald, die verschiedenen Baumarten und die Natur gelernt.

Erst relativ spät, im Jahr 2010 konnte ich endlich meinen Kindheitswunsch verwirklichen und ich begann mit der Wildtierfotografie. Während zu Beginn noch hauptsächlich Greifvögel meine Hauptmotive waren, entwickelte sich mit den Jahren eine wahre Leidenschaft für die Ansitzfotografie auf Säugetiere. Es ist einfach unglaublich schön, Wildtiere wie Rehe, Rotwild, Füchse oder Wölfe aus der Nähe beobachten und fotografieren zu können ohne dabei selbst als Mensch wahrgenommen zu werden.

Wie wahrscheinlich bei so Manchem, so war es auch bei mir als Jugendlicher so, dass ich unbedingt in die Stadt ziehen wollte. Zu oft hatte man das Gefühl auf dem Dorf zu versauern, etwas zu verpassen und dass sich das Leben doch eigentlich ganz woanders abspielt. 2011 entschloss ich mich von der Schwäbischen Alb in die Stadtmitte von Reutlingen zu ziehen, allerdings nicht aus der Motivation heraus, die mich noch als Jugendlicher angetrieben hatte, sondern aus rein praktischen Gründen. Dort wohnte ich einige Jahre bevor ich 2014 nach Sachsen umgezogen bin. Schon die letzten anderthalb Jahre hatte ich mich in Reutlingen mit den viel zu vielen Menschen auf engstem Raum nicht mehr wohlgefühlt und freute mich auf meinen Umzug nach Dresden. Dresden ist eine wunderschöne Stadt, doch hier realisierte ich endgültig, dass ich einfach kein Stadtmensch bin und wieviel Energie es mich kostet in so einer Umgebung zu leben. Die vielen Menschen, Autos, Lärm...nein so konnte es nicht weitergehen. 2016 bot sich mir die Möglichkeit in die Lausitz zu ziehen, und die ergriff ich. Nun lebe ich in einem Dorf dass noch wesentlich kleiner ist als jenes, in dem ich aufwuchs und ich bin sehr dankbar der Stadt entflohen zu sein und wieder auf dem Land wohnen zu können. Dennoch bin ich froh, dass ich auch das Stadtleben kennengelernt habe, denn oft kann man nur durch ausprobieren feststellen, ob einem etwas liegt oder nicht. Und heute kann ich sagen, man verpasst gar nichts wenn man nicht in der Stadt lebt, ganz im Gegenteil. Keinen Tag mehr möchte ich in einer Stadt wohnen, wenn ich im Nachhinhein darüber nachdenke frage ich mich, wie ich das ausgehalten habe. Heutzutage fällt es mir schwer wenn ich einmal in die Stadt muss und alles sträubt sich in mir nur bei dem Gedanken, mich diesem Trubel aussetzen zu müssen.

Seit meinem Umzug in die Lausitz bin ich dort ehrenamtlich als Naturschutzhelfer mit Schwerpunkt Wasservogelzählung aktiv. Außerdem bin ich noch Mitglied beim Bund Naturschutz Alb Neckar (BNAN) bei dem mein Vater Gründungsmitglied ist.

 

 

 

 

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