Wespenbussard

 

Dunkler Wespenbussard (Männchen) Heller Wespenbussard (Männchen)

 

Der Wespenbussard (Pernis Apivorus) ist der am wenigsten bekannte Greifvogel unserer Heimat. Das liegt daran, dass er erst Anfang bis Mitte Mai bei uns eintrifft, sehr unauffällig ist und oft mit dem Mäusebussard verwechselt wird. Seine Hauptnahrung besteht vorwiegend aus Wespen- und Hummellarven und deren Puppen. Er gräbt die Nester von Erdwespen aus um an seine spezielle Nahrung zu kommen. Er frißt auch andere, größere Insekten und wenn es wenige Wespen gibt, auch Frösche und Jungvögel. Sogar Früchte wie z.B. Kirschen und Pflaumen stehen auf seinem Speiseplan. Aufgrund seines Namens könnte man meinen, dass er zu den Bussarden gehört. Dem ist aber nicht so. Unter den habichtartigen Greifvögeln bildet er eine eigene Familie. Seine Körpergröße beträgt 52 - 60cm. Seine Flügelspannweite 118 -144cm. Faszinierend finde ich die Tatsache, dass der Wespenbussard gut 8 Monate im Jahr in den tropischen Regenwäldern Afrikas lebt. Nur ca. 4 Monate, von Mai bis August, ist er bei uns um zu brüten und seinen Nachwuchs großzuziehen. Dann zieht er wieder weg. Der Wespenbussard ist selten. Seine Gefiederzeichnung kann stark variieren, von ganz dunkel über gefleckt und cremefarben, bis fast weiß. (Siehe Fotos oben) Jedoch weist er in allen Variiationen die arttypischen Bänderungen der Flügel und des Schwanzes, sowie die dunklen Bugflecken der Flügel auf.

Wespenbussard, Männchen. Beobachtet bei Moritzburg (Sachsen). Auf dem Foto ist das gelbe Auge gut zu erkennen.

 

Wespenbussard, Männchen.

Wespenbussard, Weibchen. Beobachtet bei Reutlingen.

 

 

 

 

 

 

Wespenbussard in der Lausitz, 2017.

 

Auf dem Zug ins Winterquartier nach Afrika werden Wespenbussarde, hauptsächlich auf Malta von schießwütigen Jägern illegal abgeschossen. Obwohl Malta sich an die europäische Vogelschutzrichtlinie halten muss, scheint das Problem nur schwer in den Griff zu bekommen sein. Auch andere Greifvögel-die wie der Wespenbussard auch-bei uns streng geschützt sind, fallen diesen Geisteskranken zum Opfer. Auch Störche und andere Vögel werden nicht verschont. Aus reinem "Vergnügen" schießen diese Leute auf die durchziehenden und rastenden Vögel, die vom Zug ermüdet sind und Malta als Rastplatz aufsuchen. Die Vögel werden oft tot, oder schwerverletzt einfach liegengelassen und ihrem Schicksal überlassen. Das ist so schlimm, dass einem dafür die Worte fehlen...Auf diese Weise sterben jedes Jahr tausende Zugvögel auf Malta. Es existiert ein Vogelschutzcamp, dass aus Vogelschützern besteht, die zu den Zugzeiten auf Malta sind und versuchen Abschüsse zu verhindern und wenn sie nicht zu verhindern sind mit Kameras zu dokumentieren, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen zu können. Diese wichtige Arbeit kann man mit Spenden unterstützen. Informationen dazu gibt es beim Komitee gegen den Vogelmord.

Nach oben