Fischadler in Sachsen

19. Juni 2012 : Seit Sonntag bin ich für eine Woche in Sachsen um Fischadler zu beobachten. Sie sind der Hauptgrund meines Besuches hier, aber natürlich halte ich auch Ausschau nach allen anderen Vögeln. jetzt nach drei Tagen, ist es an der Zeit für einen Zwischenbericht.

Die Natur hier ist wunderschön. Tolle Wälder mit uralten Eichen, Ulmen, Linden und Birken. Teilweise ist das Gebiet sumpfig. Große Schilfgürtel umgeben die Teiche. Während man sich bei uns zuhause unter einem Teich ein eher kleines Gewässer vorstellt, handelt es sich bei diesen Teichen um große, teilweiße sehr große Gewässer von mehreren hundert Metern Länge. Sehr viele Vogelarten und andere Tiere finden hier ein Zuhause.

Am Sonntagmorgen konnte ich als erstes mehrere Kuckucke beobachten. Meine erste Beobachtung, die ich mit der Kamera festgehalten habe war ein Fischadler, der einen Fisch erbeutete...

...was für eine tolle Beobachtung gleich zu Anfang, ich war begeistert! Das hatte ich noch nie zuvor gesehen. Ebenfalls zum ersten Mal habe ich an diesem Morgen Pirole gesehen, was für schöne Vögel. Später am Tag sah ich noch 2 Seeadler und mindestens 3 Wespenbussarde. Am Mittag begegnete mir noch ein Eisvogel. Auf einem kleinen Fußweg neben einem Bach entdeckte ich plötzlich ein Tier, zuerst dachte ich es sei eine Katze...

...nein, ein Waschbär war es! Meine erste Begegnung mit einem dieser hübschen Tiere. Er interessierte sich nicht für mich, beachtete mich gar nicht und ging seines Weges. Am zweiten Tag beobachtete ich wieder jagende Fischadler...

...man braucht nur Geduld zu haben. Irgendwann taucht immer einer an den zahlreichen Teichen auf.

Dieser hatte einen Fisch entdeckt und ging im Sturzflug - Fänge voraus - runter.

Kurz tauchte er ganz ins Wasser ein, das Foto zeigt ihn nach dem Auftauchen.

Er hatte einen besonders großen Fisch erwischt...

Nachdem er ihn nicht aus dem Wasser bekam, lag der Adler kurz still im Wasser.

...dann versuchte er nochmal sich mit seiner Beute aus dem Wasser zu erheben...

...ohne Erfolg.

Der Fisch war einfach zu groß. Nach wenigen Metern zog es ihn wieder nach unten.

...Dem Vogel blieb nichts übrig, als seine Beute loszulassen...

...und ohne sie davonzufliegen. Das alles spielte sich innerhalb weniger Sekunden ab. Es ist unglaublich faszinierend, diesen Greifvögeln bei der Jagd zuzuschauen...

...auf diesem Foto taucht der Adler ins Wasser ein, um den Fisch zu greifen. Die Flügelspitzen schauen noch heraus.

Hier ist er für einen Moment ganz unter Wasser...

...dann erhebt er sich mit kräftigen Flügelschlägen aus dem Wasser und fliegt mit dem erbeuteten Fisch davon.

 

Kuckucke kann man hier täglich beobachten, heute gelang es mir...

...einen im Vorbeiflug zu fotografieren. Erneut entdeckte ich am Himmel einen kreisenden Seeadler...

...ein herrlicher Vogel.

Der Seeadler zog seine Kreise, bis ein Schwarzmilan kam und ihn vertrieb. Der Adler ging einfach in den Gleitflug über und der Milan kam trotz aller Anstrengung und schnellen Flügelschlägen nicht einmal in seine Nähe. Der Adler mußte keinen Flügelschlag tun.

Im Folgenden seht ihr ein paar Bilder, die ich in den vergangenen zwei Tagen gemacht habe.

Ein Fischadler nach erfolgreicher Jagd am frühen Morgen.

Hier hatte ein Fischadler nahe am Schilfrand einen Fisch erbeutet, sofort stürzte eine Rohrweihe aus dem Schilf und jagte ihm hinterher.

Auch verschiedene Möwenarten sind hier anzutreffen...

...auf dem Foto eine recht große, ich vermute eine Mittelmeermöwe.

 Eine Aufnahme von gestern nachmittag...

Diese Vögel sind einfach atemberaubend. Herrlich!

Hier ein jagender Fischadler im Abendlicht...

Lange mußte ich Geduld haben, bis er auftauchte...

Er ging in den Sturzflug über...

...und stürzte sich in ca. 60 Meter Entfernung zu mir ins Wasser...

...gleich darauf stieg er mit seinem erbeuteten Fisch empor...

...und flog mit ihm davon.

21. Juni 2012 : Die letzten zwei Tage waren etwas regnerisch, dennoch war ich unterwegs, wenn das Wetter es zuließ. Gestern gab es wieder Fischadler zu beobachten, desweiteren Drosselrohrsänger und einen Eisvogel. Sogar mehrere Nachtigallen beobachtete ich, noch nie hatte ich bis zu dem Zeitpunkt eine gesehen. Ebenfalls zum ersten Mal sah ich eine Ringelnatter, die auf 2 Meter Entfernung an mir vorbeischwamm, eine tolle Beobachtung! Nachdem heutemorgen der Regen nachgelassen hatte ging ich in ein ca. 5 Kilometer entferntes Teichgebiet, das ich mir auch anschauen wollte. Dort angekommen sah ich auf dem Weg in einiger Entfernung mehrere Tiere, ich dachte es wären Schafe, überrascht und auch etwas erschrocken war ich, als ich mit einem Blick durchs Fernglas sah...

...das es eine Gruppe von 6 recht großen Frischlingen war. Zum Glück verschwanden sie, nachdem sie mich bemerkt hatten. Ich hatte doch etwas Bedenken, denn ich wußte nicht, ob ihre Mutter in der Nähe war. Dreimal konnte ich an den Teichen Fischadler beobachten...

...dieser trug einen großen Ast. Er mußte wohl den Horst ausbessern. Am größten der Teiche tauchte plötzlich ein Seeadler auf.

Toll! Damit hatte ich nicht gerechnet. Mehrere Kuckucke waren auch unterwegs. Auf dem Rückweg begegnete mir noch eine Rohrweihe und ein Pirol.

Und Rehe...Eine weitere tolle Beobachtung waren 3 Schwarzspechte, die wenig scheu waren. Ich ging den Weg entlang und sie flatterten immer vor mir her auf einen der nächsten Bäume und machten dabei allerlei Geräusche.

Höchstens 5 Meter betrug die Entfernung.

 

22/23. Juni 2012 : Das Wetter war die letzten zwei Tage Gott sei Dank wieder gut und so konnte man das Beobachten wieder richtig genießen. Heute gab es eine Situation in der ich mit dem Fernglas einen Fischadler beobachtete, der mit seinem Fisch über einem der Teiche kreiste, plötzlich beschleunigte er und flog eine rasante Kurve, dabei ließ er seine Beute fallen. Ich schaute dem Fisch hinterher, er platschte ins Wasser. Seltsam, warum hatte er das gemacht? Ich blickte wieder zum Himmel und es durchzuckte mich, da war der Grund warum der Fischadler seine Beute freiwillig fallenließ...

Der mächtige Seeadler war am Teich aufgetaucht...

...und wollte dem viel kleineren Fischadler den Fisch abjagen.

Wenn er mich nicht endeckt hätte und nicht gleichzeitig noch mehrere Krähen und Rohrweihen auf ihn gehaßt hätten, hätte er den Fisch sicher aus dem Wasser geholt. So zog er es vor, das Weite zu suchen. Einige Minuten später kreiste er hoch über dem Teich.

Ebenfalls heutemittag entdeckte ich drei hoch kreisende Wespenbussarde.

Ringelnattern kann man an einem der Teiche gut beobachten, ein Einheimischer hatte mich freundlicherweise darauf aufmerksam gemacht.

Die Aufnahmen sind von heutemorgen...

Die Schlangen wärmen sich in den ersten Strahlen der Morgensonne.

Im Folgenden seht ihr noch einige Fotos, die die Fischadler bei der Jagd zeigen.

Kurz nach der erfolgreichen Jagd, schnell bringt der Vogel seine Beute in Sicherheit.

Kurz vor dem Eintauchen ins Wasser.

Wieder jagte eine Rohrweihe einem Fischadler hinterher. Da der Adler auch diesmal sehr nahe am Schilfrand Beute machte, vermute ich, daß er dem Nest der Weihe zu nahe gekommen ist, sie wird sicher auch Junge haben.

Mit einem gewaltigen Platscher taucht der Adler ins Wasser ein...

...und hat den Fisch erwischt.

Atemberaubend...

Wieder war der Jäger erfolgreich...

Fast jeder der von mir beobachteten Jagdversuche der Fischadler war ein Erfolg, nur ab und zu griff einer daneben.

Zwischen 18:00 und 19:30 Uhr waren die Vögel an einigen Tagen nochmal besonders aktiv und gingen vor der Dunkelheit noch einmal auf die Jagd. Einige der dabei entstandenen Bilder seht ihr im Folgenden.

Die Fischadler haben Nachwuchs...

...und müssen Nahrung für ihre Jungen heranschaffen.

Mit suchendem Blick fliegen sie die riesigen Teiche ab.

Was für ein Anblick...

Rüttelnder Fischadler im Abendlicht...

Er ist noch mit Wasserpflanzen behangen, von seinem vorangegangenen, erfolglosen Jagdversuch.

Unglaubliches Glück hatte ich bei diesem Foto, als ein Fischadler mit seinem eben gefangenen Fisch in geringer Höhe über mich hinwegflog.

Einfach fantastisch! Eine Woche voller wunderbarer Beobachtungen ist zu Ende. Unbeschreiblich schön war es und hoch interessant.

 

 

 

 

 

 

 

 

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